Die meisten Koreaner glauben an Badezimmergeister. Es heißt, dass dieses ominöse Wesen seine Opfer fragt, ob sie rotes oder blaues Toilettenpapier bevorzugen. Doch eigentlich sei egal wie die Antwort ausfällt, man sei der Willkür des unberechenbaren, stofflosen Kreatur ausgeliefert, denn es töte den heimgesuchten „Toilettengänger“ oder lasse ihn am Leben, gleichgültig ob er seinen Po mit rosa oder blauen Papier reinige.
Legenden erzählen von dem mysteriösen Sapsal Hund, einer pudelartigen Rasse, der von einem koreanischen General auf das Schlachtfeld geschickt wurde und die Geister der Gefallen vertreiben sollte. Der General wollte damit verhindern, dass die toten Soldaten Rache an ihm nehmen würden. Bezeichnend ist auch die Namensgebung des Tieres, denn Sapsal heißt übersetzt: Hund der die Seelen verscheucht.
Notizen aus dem Jahr 1884 von dem ersten amerikanischen Arztes Horace N. Allen, der sich konstant in Korea aufhielt, erzählen von einem Geisterhaus in Seoul. In dem Gebäude wurde während der Imo-Revolte im Jahr 1882 die Familie von Min Kyom-ho ermordet. Danach gab es zahlreiche Poltergeistphänomene.
In einer der amerikanischen Goldminen im Norden Koreas machten sich die Verantwortlichen den Geisterglaube der koreanischen Bergmänner zunutze als die Lebensmitteldiebstähle überhand nahmen. In dem Versorgungsstollen wurde ein Grammophon aufgestellt, das verschiedene Botschaften abspielte. Als die Langfinger die Stimmen hörten, glaubten sie sich von bösen Rache-Geistern ihrer Ahnen beobachtet und brachten alle Vorräte zurück.
Oftmals stehen die schönsten Immobilien leer, weil die Angst vor Dämonen ihre koreanischen Besitzer aus dem Haus getrieben hat. Ein amerikanischer Geschäftsmann ließ sich davon nicht abschrecken und kaufte ein wunderschönes Anwesen das, laut Aussagen der Nachbarn, von dem Geist einer jungen Frau heimgesucht würde. Zu Lebzeiten wurde sie von ihrem Liebhaber betrogen und erhängte sich im Wohnzimmer. Tatsächlich bemerkten die neuen Bewohner metaphysische Aktivitäten. An einigen Stellen im Haus sank die Temperatur urplötzlich. Es wurde berichtete, das sie das Gefühl hatten, dass etwas Kaltes durch die Zimmer schwebt. Wenn sie über den Fußboden läuft, ist ein rhythmisches Knarren des Holzes zu hören, bestätigten Besucher des Geschäftsmanns.
Auch dem Marmot's Hole werden metaphysische Tätigkeiten nachgesagt. Wer sch dort aufhält werde von einem Dämon heimgesucht, der den Lebenden eine Welle des Hasses entgegenschlägt.
Ein Englischlehrer ist davon überzeugt, dass er selbst diese bösartige Energie gespürt hat. …eine bösartige Energie schien in einer Ecke zu kauern. Ich spürte, dass ES mich hasste, beschrieb er sein Erlebnis.
Vor einigen Jahren hatte ein amerikanischer Soldat Camp Casey in Tongduchon ein seltsames Erlebnis. Er behauptete von einem Geist körperlich angegriffen du geschlagen worden zu sein. Ärzte, die seine Wunden behandelten waren jedoch skeptisch, ob es tatsächlich bei dem tätlichen Angriff um einen Dämon aus einer anderen Dimension gehandelt hat.
Eine Diplomatenfamilie berichtet von einem Poltergeistphänomen, das ihnen widerfahren ist. Während einer Abendgesellschaft erhob sich plötzlich ein Glas vom Tisch und flog durch die Luft.
Die moderne, „aufgeklärte“, koreanische Bevölkerung fühlt sich auch heute noch dem Schamanismus sehr verbunden. Geisterrituale und Opfergaben sind fest eingebunden in ihren Alltag, uralte Bräuche gepflegt und selbst in Schmuck, Kunst und Musik finden sich Elemente wieder, die von einem grenzüberschreitenden Denken zeugen.
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