Obwohl die meisten Eltern ihren Sprösslingen abverlangen, dass sie immer die Wahrheit sagen, nehmen sie es selbst mit der Ehrlichkeit nicht allzu ernst.
Besonders Mütter bedienen sich gerne mystischer Gestalten, wie etwa Hexen, Zauberer und Feen, um dem Nachwuchs zu drohen oder eine Belohnung zukommen zu lassen.
Eltern überschreiten gerne die Grenzen der Wahrheit, wenn sie dem Nachwuchs ihren Willen aufzwingen wollen. Da werden magische Zahnfeen, Weihnachtsmänner, Christkinder und Osterhasen zum Überbringer diverser Geschenke.. Schwarze Männer, die des nachts kommen, um ein unartiges Kind zu holen, dass sich nicht waschen will. Böse Zwerge, die den Schnuller mitgenommen haben.Doch auch die böse "Lügenfee", muss immer mal wieder herhalten, wenn man aus dem Sprössling die Wahrheit herauspressen will.
Bis zum Alter von vier Jahren sind Kinder diesem Spiel hilflos ausgeliefert, denn erst ab dem vierten Lebensjahr erfassen sie, was Lügen sind.
Pia Deimann, Entwicklungspsychologin an der Universität Wien, rät dringend davon ab, sich der Lüge als Erziehungsmaßnahme zu bedienen. Besser wäre es dem Kind die "wahren“ Konsequenzen klarzumachen und feste Gesetzte einzuführen. Will sich der Nachwuchs nicht waschen, muss er Spielzeug "opfern“ oder der Zoobesuch wird gestrichen. Laut ihrer Studien, kam sie zu dem Ergebnis, dass Kinder entdecken, dass sie durch Sprache viel bewirken können und sie erfreuten sich sogar daran, wenn andere Menschen durch ihre Schwindeleien in Angst und Schrecken versetzt wurden.
Jedes Elternpaar hat eine große Verantwortung, sollte sich bewusst sein, dass es eine Vorbildfunktion inne hat und auch durch die harmloseste Lüge die Glaubwürdigkeit verlieren kann.











