Wer Kaffee als Bedrohung empfindet und um seine körperliche Unversehrtheit besorgt ist, leidet wahrscheinlich unter einem Defekt in seinen Genen, fanden Forscher heraus.
Würzburger Wissenschaftler unter der Leitung des Psychiaters Professor Jürgen Deckert untersuchten, mit einer Arbeitsgruppe um Peter Rogers von der Universität Bristol, die Angst vor Kaffee.
In ihren Studien ging es weniger um die Folgeerscheinungen, die der Genuss koffeinhaltiger Tee- oder Kaffeegetränke hervorrufen kann, wie etwa Herzrasen, Schweißausbrüche, Unruhezustände und Einschlafstörungen, sondern vielmehr um die unbegründete Furcht davor. Symptome für Phobien sind unter anderem Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Schwindel, Muskelverspannungen, Sprachprobleme, Atemnnot, Gliederschwäche, Durchfall, Schweißausbrüche und Nervosität.
Normalerweise dockt der Botenstoff Adenosin in bestimmten Bereichen des Gehirns an diesen Rezeptor an und löst damit eine beruhigende Reaktion aus. Ist das Rezeptor-Gen jedoch verändert, kann Koffein das Adenosin verdrängen und somit dessen beruhigende Wirkung verhindern, erklärte die Forschergruppe in der Fachzeitschrift Neuropsychopharmacology.
Wissenschaftlern der Universität Chicago stellten fest, Probanden zeigten nach dem Verzehr von
50 Milligramm Koffein = Keine Angst
150 Milligramm Koffein = Mittelstarke Angst
400 Milligramm Koffein = Erhöhte Angst
150 Milligramm entsprachen 2 Tassen Kaffee
Wie werde ich die Furcht vor Kaffee los?
Es wird angeraten regelmäßig mindestens 2 Tassen koffeinhaltigen Tee oder Kaffee zu trinken, damit der Geneffekt abgeschwächt und die Kaffee-Phobie behoben wird.
Möchten Sie an einer Angsterkrankungs-Studie teilnehmen?
Diese komplexen Interaktionen von Koffein und anderen indirekt auf den Adenosin-A2A-Rezeptor einwirkenden Substanzen werden zur Zeit von den Würzburger Forschern in Kooperation mit einer Münsteraner Arbeitsgruppe um Katharina Domschke im Rahmen des Sonderforschungsbereiches SFB TRR 58 "Furcht, Angst, Angsterkrankungen“ untersucht. Dafür werden noch freiwillige Teilnehmer gesucht. Die Probanden sollten gesund und zwischen 18 und 65 Jahre alt sein. Sie können sich bei Interesse melden unter T: (0931) 312687 oder E-Mail: mega@psychologie.uni-wuerzburg.de
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